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Kölner Karneval: Kamelle, Sitzungen und Straßenkarneval

Die Garden sind ein wichtiger Bestandteil des Kölner Karnevals.
"Kamelle, Kamelle", während des Rosenmontagsumzugs werden mehr als 150 Tonnen Süßigkeiten und andere Geschenke verteilt.
Über eine Millionen Zuschauer kann der Kölner Rosenmontagsumzug jährlich für sich verzeichnen. Bilder (3): J. Badura, Köln/Festkomitee Kölner Karneval

„Kamelle, Kamelle“ so schallt es am Rosenmontag rund um den Kölner Dom aus allen Ecken. Das närrische Treiben, das offiziell am 11.11. eines jeden Jahres beginnt, findet im Rosenmontagsumzug in der Rheinmetropole seinen Höhepunkt. Schunkelnde Jecken und singende Narren machen den Kölner Karneval zu einer der fröhlichsten und ausgelassensten Veranstaltung seiner Art rund um den Erdball, deren Ruf ihr weit voraus eilt.

Die fünfte Jahreszeit erlebt ihre intensivste Ausprägung in der Woche vorm Aschermittwoch mit dem Straßenkarneval. Den vorausgegangenen Sitzungen der Karnevalsvereine folgt am  Donnerstag die Weiberfastnacht, spätestens ab dann herrscht Ausnahmezustand am Rhein. Wer keine Lust auf den Trubel hat, sollte das Gebiet weiträumig umgehen, alle anderen sind herzlich willkommen, mit den Kölnern bis spät in die Nacht ausgiebig zu feiern. Den ganzen Tag lang ist es Brauch, dass die jecken Damen an ihrem Karnevalstag den Herren die Krawatten abschneiden. Nahtlos setzt sich die Veranstaltung am Freitag, Samstag und Sonntag auf den Gassen der Altstadt mit zahlreichen Umzügen einzelner Vereinen, Künstlerauftritten und bei fröhlicher Stimmung in den gut gefüllten Innenstadtkneipen fort. Das Getränk der Stunde ist dabei selbstverständlich das in Köln gebraute „Kölsch“, ein Bier, das in schlanken, hohen Gläsern, den sogenannten „Kölsch Stangen“ serviert.

Haupttag ist der Montag: mehr als eine Millionen Menschen säumen die Straßen, wenn der Kölner Rosenmontagsumzug durch die Metropole zieht, etliche, die selber nicht anwesend sein können, verfolgen das Spektakel an den Bildschirmen. Der Rosenmontag gleicht in Köln einem Feiertag. Viele Geschäfte und Firmen haben geschlossen, gemeinsam schunkelt man zu den neuesten Karnevalhits der „Höhner“ und „Bläck Fööss“ oder intoniert Klassiker, wie „Am Rosenmontag bin ich geboren“. Der Umzug selber ist der älteste und größte seiner Art in Deutschland. Auf einer Gesamtlänge von sechs Kilometern reihen sich Gruppen, Musikanten und Wagen aneinander. Alljährlich wirken mehr als 11 000 aktive Karnevalisten an dem Ereignis mit und verteilen an das muntere Publikum über 150 Tonnen Süßigkeiten. Das Ende des Umzugs bilden als königlicher Höhepunkt die Ehrengarde mit der Kölschen Jungfrau, dem Kölschen Bauern und dem Prinzen.

Wem nach dem ereignisreichen verlängerten Wochenende noch nicht die Puste ausgegangen ist, der kann mit den Kölnern  am „Veilchendienstag“ in den Stadtvierteln weiterfeiern, bevor am Aschermittwoch mit dem traditionellen Fischessen die Fastenzeit beginnt und wider alles vorbei ist, bis es am 11.11. um 11.11 Uhr erneut „Kölle Alaaf“ heißt.

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