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Polonnaruwa

Gerüchte um die Überreste einer prächtigen Stadt im Dschungel ließen Ende des 19. Jahrhunderts erstmals Forscher nach Polonnaruwa aufbrechen. Sie entdeckten die Ruinen einer früheren Königsstadt, deren Bauten einen Höhepunkt der singhalesischen Architektur darstellten. Tatsächlich sind die Geschicke der einstigen Metropole eng mit einer anderen Residenzstadt verbunden: Anuradhapura. Polonnaruwa in der nördlichen Provinzstadt folgte nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den südindischen Cholas dem früheren Herrschersitz. Geprägt wurde sie von Parakrama Bahu I., in dessen Regierungszeit eine Vielzahl der wunderschönen Palastgebäude und Tempelanlagen fällt.

Seit langer Zeit, an den längst noch nicht abgeschlossenen Ausgrabungsarbeiten beteiligt ist die UNESCO, die 1982 das Ruinenfeld von Polonnawura ob seiner immensen kulturellen Bedeutung zum Weltkulturerbe erklärte. Da das Areal sehr weitläufig ist, empfiehlt es sich, bei einem der ortsansässigen Hotels zu geringem Preis ein Fahrrad zu mieten. Das Gelände gliedert sich in einen äußeren und einem inneren, von Stadtmauern umschlossenen Bezirk.

Zu den Höhepunkten des inneren Bezirks zählt der Palast König Parakrama Bahu I., ein massiver, quadratischer Ziegelbau. Mehr als 1000 prachtvolle Räume sollen in dem einst zweistöckigen Gebäude untergebracht worden sein, viele von ihnen entlang der äußeren Galerie, die die Zimmer untereinander verband. Unweit des Palastes befindet sich die mit Elefanten- und Löwenreliefs geschmückte Ratshalle, auch das königliche Bad mit mehreren fein angelegten Becken und unterirdischer Wasserzufuhr ist nicht weit.

Innerhalb der Stadtmauern bildet das Quadrangle (Viereck) einen weiteren abgeschlossenen Bereich. Hier steht mit dem Statuenhaus (Thuparama) das älteste Gebäude Polonnaruwas, das vermutlich noch aus der Zeit der Chola stammt (11. Jahrhundert), seine Bedeutung ist jedoch bis heute nicht geklärt. Das Quadrangle zieren des Weiteren religiöse Bauten, wie  ein Rundtempel mit Stupa, sowie zwei Reliquienhäusern, in denen u.a. der Backenzahn Buddhas, auf den die singhalesischen Könige ihren Herrschaftsanspruch gründeten, aufbewahrt wurde (Hatadagne und Atadagne).

Elegant und harmonisch erhebt sich der unter den Chola angelegte Shiva Devale, ein Hindutempel, der dem Zerstörer Shiva geweiht war, außerhalb der Quadrangle. Jedoch wirkt er gegenüber der Rankot Vihara, der mit einer Höhe von 55 Metern größten Dagobas Polonnawuras eher bescheiden. Da der buddhistische Sakralbau erst vor wenigen Jahren restauriert wurde, ist seine Pracht mit dem umliegenden Statuenhäusern und Lotosfriesen besonders gut zu erkennen.

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Polonnawura ist jedoch der Felsentempel Gal Vihara, der vor allen Dingen für seine einzigartig schönen Buddhastatuen bekannt ist. Die Vierergruppe wurde in ihrer Monumentalität direkt aus dem Felsen geschlagen. Als ikonografisch am wertvollsten, weil am ungewöhnlichsten gilt die größte Figur des 14 Meter langen, liegenden Buddhas aufgrund ihrer seltenen Körperhaltung. Ungeklärt ist ferner die Zuordnung der fast sieben Meter großen, an seinem Kopf stehenden Statue. Theorien verfolgen sowohl den Ansatz, dass es sich um Buddhas Lieblingsschüler  Ananda, als auch um den Mönch Mahinda, der den Buddhismus nach Sri Lanka brachte, handeln könnte.

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