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Es gab Jahre, da galten die Länder im Süden Europas als besonders beliebte Reiseziele, die neben hohen Temperaturen und tollen Sandstränden vor allem durch eines zu beeindrucken wussten: das lockerleichte Lebensgefühl und die Fähigkeit einige Dinge einfach etwas gelassener zu sehen als die, von Zeit zu Zeit etwas stoischen Deutschen.

Gerade beim Urlaub in Italien ist nun aber Vorsicht geboten, denn in dem deutschen Nachbarland werden seit rund zwei Jahren regelmäßig neue und absurde Gesetze verabschiedet. So ist es im venezianischen Eraclea verboten Löcher in den Sand zu buddeln oder gar Burgen zu bauen. In Vendig wird besonders das Füttern der Tauben hart bestraft und kostet unwissende Touristen 500 Euro. Ebenso teuer wird es, wenn man sich im lombardischen Gallarate zu später Stunde mit Alkohol auf offener Straße erwischen lässt. Während die bereits genannten Strafen in der Höhe zwar nicht zu erklären sind, aber zumindest teilweise noch Sinn ergeben, stellen folgende, phantasievolle Strafen das, im Jahr 2008 von Silvio Berlusconi erlassene, Gesetz in Frage: dieses unterstützt die örtlichen Bürgermeister „bei allem, was die Sicherheit und was die öffentliche Ordnung betreffen kann“.

So kommt es dann auch, dass es auf der Urlaubsinsel Capri untersagt ist, auf der Straße mit Holzlatschen zu klappern oder es verliebte Pärchen im kampanischen Eboli 500 Euro kostet, wenn sie im Auto knutschen. Auf Sardinien und in Rom ist das Rauch auf der Straße nicht gern gesehen und in Brescia werden Touristen schon mal zur Kasse gebeten, wenn sie sich unerlaubt auf die Stufen einer historischen Baute setzen.

Besonders fragwürdig sind aber zwei Gesetze im ligurischen Lerici: hier darf Frau sich im Badeanzug nicht auf die Straße begeben und auch nasse Handtücher nicht auf den Balkon gehängt werden. Während es noch logisch erscheint, dass in Ravenna weder Hunde noch Katzen an den Strand dürfen, stellt sich in Pordenone die Frage: warum man nicht auf der Straße nicht ungestraft mit seiner Verlobten streiten darf.
Beim nächsten Italienurlaub sollte man sich also über die Gesetze in der Zieldestination bestens informieren.