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Sie hat schon immer für Diskussionen und Zündstoff gesorgt, die Nordseeinsel Sylt. Für die einen ist sie ein versnobtes Eiland der Schönen und Reichen, für die anderen ein Naturparadies, das seines Gleichen sucht. Was die unterschiedliche Klientel der Sylt-Fans jedoch derzeit eint, ist der Widerstand gegen den Feind aus der Luft. Zwölf Maschinen steuern in der Saison den Flughafen auf der schleswig-holsteinischen Insel an. Bis zu 103 Dezibel Lärm verursachen die Jets renommierter deutscher Airlines, wenn sie mit ihren 180 Passagieren nahe Keitum landen. Und die Wurzel des Problems liegt in beiden Zahlen.

Es sind Lärm und Kerosingestank, die auf der einen Seite für viele nicht auf die Insel mit ihren Luftkurorten und Naturschutzzonen gehören und es sind die Massen an Besucher, die bei anderen nicht zum Image Sylts passen – das Bild vom besonderen, ausgewählten Flecken Erde stören. Die Diskussion um Pro und Contra spaltet das Eiland. Im nordfriesischen Wattenmeer lebt man vom Tourismus allein, seit die Fischerei nur noch wenigen eine Lebensgrundlage eröffnet. Bei steigender Beliebtheit der Seebäder an der deutschen Ostseeküste, zählt jeder Urlauber, der sich für die Nordseeinsel entscheidet und sei es aufgrund der einfachen Anreise mit dem Jet.

Auf der anderen Seite lebt Sylt von seinem Ruf. Die Vorreiterrolle, sowohl als Treffpunkt des Jet-Sets oder als Strand- und Naturparadies an der deutschen Küste, droht durch den Flugverkehr verlustig zu gehen. Die Diskussion um die Flugzeuge auf Sylt und ihre Begleiterscheinungen wird die Insel noch eine geraume Zeit in zwei Lager teilen, ob die Entwicklung, die mit den Ferienfliegern in Gang gesetzt wurde, sich jedoch rückgängig machen lässt, ist fraglich.