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Endlich mal eine erfreuliche Nachricht bei all den täglichen Horrormeldungen zum Klimawandel und dessen fatalen Folgen. In Grönland hat es im Februar einen neuen Kälterekord gegeben. Mit -46,8°C war es in der Ortschaft Kangerlussuaq in Westgrönland so kalt wie nie zuvor, zumindest was den Monat Februar betrifft. Warum das für uns einen Bericht wert ist? Weil wir uns darüber freuen, dass die Natur manchmal doch noch so funktioniert, wie sie funktionieren würde, wenn es denn nicht die zahllosen, immer wieder thematisierten, Eingriffe durch den Menschen geben würde.

Natürlich wird ein neuer Kälterekord in Grönland den Klimawandel auf der Welt nicht stoppen. Und manch ein gedankenloser Betrachter könnte meinen, dann „ist ja alles in bester Ordnung“ im Reich der Eisbären. Weit gefehlt – nichts ist mehr in Ordnung, denn sowohl in der Antarktis als auch in der Arktis hat die Erwärmung der Ozeane mittlerweile solch dramatische Formen angenommen, dass die Lebensräume vieler der hier lebenden Tiere (und auch der Menschen) massiv gefährdet sind.

In einem Artikel des Fachmagazins „Nature“ veröffentlichte die NASA jetzt die Ergebnisse von Studien in Zusammenarbeit mit verschiedenen internationalen Universitäten. Demnach schmilzt das Eis in der Antarktis derzeit so schnell wie nie zuvor und die erst vor einem Jahr veröffentlichten Studien hinsichtlich der Schnelligkeit der Eisschmelze wurden noch einmal um 20% nach oben korrigiert. Und auch in der Arktis und Grönland wird – trotz zwischenzeitlicher Kälterekorde – das Abtauen der Gletscher nicht mehr aufzuhalten sein. Schon in wenigen Jahren könnte die Arktis im Sommer eisfrei sein. Welche finalen Konsequenzen das dann für Menschen, Tiere und die Natur haben wird, bleibt noch abzuwarten. Auf jeden Fall verlieren die eigentlichen Bewohner der Regionen ihre natürliche Lebensgrundlage – und nicht wenige wohl auch ihr Leben. Gründe genug, sich über neue Kälterekorde in Grönland, die auf diese Art auch noch einmal auf die grundsätzlichen Probleme der Region aufmerksam machen, zu freuen…