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Mit barrierefreien Angeboten möchte das Nürnberger Land Menschen mit Behinderung Urlaub ohne Hindernisse bieten – egal, ob sie auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ihr Sehvermögen eingeschränkt ist oder sie auf andere Weise gehandicapt sind. Spezielle sportliche und kulturelle Outdoor-Aktivitäten zeigen, wie gelebte Inklusion geht. Auch einige Vermieter haben sich auf Gäste mit Handicap eingestellt und bieten unter anderem rollstuhlgerechte Zimmer an, urlaub.nuernberger-land.de

Nervenkitzel im Waldseilpark Rummelsberg
Richtig gesehen: Da saust in 15 Metern Höhe ein Rollifahrer mit full speed quer durch den Wald. Die 110 Meter lange Seilbahn „Flying Fox“ ist nur eins der barrierefreien Highlights, die den Waldseilpark Rummelsberg in Schwarzenbruck zu einem Adrenalin geschwängerten Erlebnis für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen werden lassen. „Mal den Boden unter den Füßen zu verlieren, ist ein super spannendes Erlebnis, vor allem für jemanden, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt“, sagt Sebastian Völklein, Betriebsleiter des Waldseilparks. Unterschiedlich hohe Parcours und Stationen im Kletterpark garantieren Grenzerfahrungen und ein spektakuläres Kontrastprogramm zum alltäglichen Leben. Der 34-jährige Völklein und sein 15-köpfiges Trainerteam betreuen rund 10.000 Besucher pro Jahr, unter denen die Zahl derer mit Behinderung wächst. Der angrenzende Hotel- und Restaurantbetrieb „Anders“ ist ebenfalls barrierefrei und wird von Menschen mit und ohne Handicap betrieben. „Mit direktem Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr ist der Waldseilpark gut zu erreichen“, sagt Völklein. „Die nächste S-Bahn-Station ist gerade einmal 800 Meter entfernt.“

Kunst anders sehen: Skulpturenpark am Dachsberg
Das Blindeninstitut Rückersdorf feiert dieses Jahr Jubiläum, unter dem Motto: „25 Jahre Kunst & Kultur am Dachsberg“. Was 1994 mit einem legendären Konzert begann, ist mittlerweile zu einer erfolgreichen Veranstaltungsreihe geworden, die jedes Jahr das kulturelle Leben in Rückersdorf und in der gesamten Region bereichert. Auf dem Jubiläumsprogramm stehen zahlreiche Ausstellungen und Konzerte sowie eine Benefiz-Auktion. Der vielleicht spannendste Veranstaltungsort ist der „Skulpturenpark am Dachsberg“, ein Ort der Begegnung, der die Besucher „Kunst anders sehen“ lässt.

Kunst für Blinde im Skulpturenpark Dachsberg

Mit den Fingerspitzen sehen: Der Skulpturenpark am Dachsberg macht Kunst für Blinde erlebbar. Bild: (c) Thomas Kohl.

Die Ausstellung mit 19 Skulpturen, die renommierte Künstlerinnen und Künstler gespendet haben, richtet sich an alle Menschen mit einem Faible für Kunst – unabhängig von ihren geistigen, körperlichen oder sensorischen Möglichkeiten. Das parkartige Gelände ist rollstuhlgerecht ausgebaut. Ein besonderer Tipp von Rudi Lacher, dem ehemaligen Leiter des Blindeninstituts: „Eine Führung mit Augenbinde“. Bei diesem Selbstversuch erfahren Sehende, wie es ist, Kunst blind oder nur mit eingeschränkter Sehkraft zu erleben: Einige Objekte sind extra zum Ertasten als Modelle nachgebaut. Die Künstler selbst erklären ihre Meisterwerke auf Audioguides. Kunst spricht eben viele Sinne an.

Abenteuer statt Zivilisation in Hartenstein
Schlafen im Zelt, Kanufahren, Wandern mit einem Gebirgsrolli. „Raus aus der behüteten Welt, seine Kräfte erproben, Ängste abbauen und Selbstvertrauen aufbauen, das funktioniert am besten in der Natur und im Team“, sagt Jochen Riehl, Vorsitzender von Mühlenkraft e. V. Der Verein schafft für Menschen mit und ohne Behinderung einen Ort der Begegnung und Inklusion, der dazu auch noch Abenteuer und Action bietet. Ein Team von erfahrenen Pädagogen und Therapeuten betreut Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Gelände der ehemaligen Harnbacher Mühle im Pegnitztal. Hier gibt es 50 Übernachtungsplätze, Duschen und WCs, ein Jurtenzelt als Aufenthaltsraum und eine Kochstelle. Alle Einrichtungen sind barrierefrei zugänglich, die spezielle Ausrüstung kann vor Ort gegen Gebühr geliehen werden. Eine Übernachtung im Zelt gibt es ab zehn Euro pro Person. „Hier wird jeder als Persönlichkeit mit seinen Stärken wahrgenommen und unterstützt“, sagt der 59-Jährige. Bei den zahlreichen Aktivitäten im Freien wird das Miteinander gestärkt: Zum Beispiel beim Ausflug im Rollfiets – einer Kombination aus Fahrrad und Rollstuhl. Einer tritt in die Pedale, der andere sitzt im Rolli und kriegt den Fahrtwind um die Ohren. Ohne Vertrauen geht das nicht. (Nürnberger Land Tourismus)