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Eine neue, ländervergleichende Studie des Zürcher Meinungsforschungsinstitut sotomo zeigt: Der Volkssport Wandern ist der populärste Ausgleich zum Stress in der Leistungsgesellschaft. Rund 60 Prozent aller Deutschen sieht in der Natur den idealen Ort, sich zu erholen.

In einem erstmaligen repräsentativen Ländervergleich ging das Zürcher Meinungsforschungsinstitut sotomo des renommierten Politgeografen Michael Hermann der Frage nach, welche Bedeutung die Natur und Naturaktivitäten für Menschen in der digitalen Leistungsgesellschaft haben. In der von Schweiz Tourismus in Auftrag gegebenen Studie wurden 5340 Personen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz befragt.

Mehrheit fühlt sich gestresst
Laut der Studie ist Deutschland ein Land, in dem sich die Menschen im Vergleich besonders oft gestresst fühlen: Drei Viertel der Menschen kennen das Gefühl gestresst zu sein. Als Gründe werden die Anforderungen der Berufswelt (76 Prozent), das „immer erreichbar sein“ (68 Prozent) oder das „dynamisch wirken müssen“ (67 Prozent) genannt. Auch fühlen sich die Deutschen durch Stress oft gesundheitlich beeinträchtigt (58 Prozent).

Die Natur ist ein Sehnsuchtsort
Die Studie zeigt die Natur als einen Sehnsuchtsort. Eine mit 62 Prozent sehr große Mehrheit der Deutschen zieht die Natur als Erholungsraum vor – nur die eigenen vier Wände sind noch etwas populärer (64 Prozent). In allen fünf untersuchten Ländern spielt der Rückzug in die Natur eine zentrale Rolle für die Wahrung des emotionalen Gleichgewichts. Dazu passt, dass Bilder von Landschaften dann als besonders „natürlich“ gelten, wenn die dargestellten Orte einen besonders hohen Erholungswert versprechen. Zum Abschalten vom alltäglichen Stress bewegen sich die meisten Menschen Nordwesteuropas vor allem im Wald oder entlang von Wiesen und Äckern. Wünschen tun sich aber viele eher Gewässer, Berge oder Naturparks. „Dieses Bedürfnis freut uns besonders, weil wir darauf Antworten haben wie See- oder Flusswanderungen oder Mehrtageswanderungen in den Bergen“ erklärt Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus.

Wandern als Volkssport ohne Leistungsdruck
Der Ländervergleich zeigt, dass nicht die sportliche Leistung oder die Suche nach Abenteuer, sondern die Erholung besonders oft als Motiv für das Hinausgehen in die Natur genannt wird. Dabei ist es vor allem die Bewegung in der Natur, die den Befragten als eine der wichtigsten Aktivitäten zum Ausgleich von Druck und Stress überhaupt gilt. Die mit Abstand beliebteste Outdoor-Aktivität ist dabei das Wandern. Wandern kann somit als Kontrast zur Logik der digitalen Leistungsgesellschaft gesehen werden; denn nur eine kleine Minderheit (14 Prozent) setzt sich beim Wandern Leistungsziele. Auch das Mobiltelefon darf gerne zu Hause bleiben: 37 Prozent der befragten Deutschen lassen ihr Handy auf einer Wanderung ungenutzt.

Wandern auch in Deutschland sehr beliebt
Die Naturbezogenheit in Deutschland ist sehr ausgeprägt. 61 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass das Rausgehen in die Natur der wirksamste Ausgleich zu Stress ist. So überrascht es nicht, dass auch die Bewegung in der Natur sehr beliebt ist. 43 Prozent der Deutschen bezeichnen sich als aktive Wanderer. Ausschlaggebend für eine geglückte Wanderung ist dabei für 73 Prozent der deutschen Befragten vor allem eine attraktive Naturlandschaft.
(Schweiz Tourismus)