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Es ist noch gar nicht allzu lange her, da strahlten die meisten Urlaubsorte entlang der Lübecker Bucht den typischen Urlaubscharme der 70er Jahre aus. Langweilige, meist zweckmäßige Unterkünfte und eine meistens noch langweiligere und zweckmäßigere Infrastruktur prägten das Bild von Scharbeutz und Co. Es war lange Zeit auch kaum nötig, viel in die Entwicklung der Orte zu investieren. Der herrliche Strand und das klare Ostseewasser reichten, um die Strände und Betten in den Urlaubszeiten immer ausreichend zu füllen. Einzig Timmendorfer Strand ragte aus dieser Urlaubstristesse schon früher heraus und galt bei den – zumeist Hamburger – Gästen als besonders chic. Mit der neuen Konkurrenz der Ostseebäder in Mecklenburg-Vorpommern, in deren Modernisierung viele Millionen Euro flossen, ging es mit den Besucherzahlen an der Lübecker Bucht jedoch bergab. Die eigene Selbstgefälligkeit und das Versäumniss, den alten Mief rechtzeitig abzulegen, rächte sich nun.

Wer allerdings heute den betagten Orten einen Besuch abstattet, wird seinen Augen kaum trauen. Allen voran Scharbeutz ist fast nicht mehr wiederzuerkennen. Ein gewaltiges, äußerst gut angelegtes, Investitionsprogramm von 26 Millionen Euro hat aus dem in die Jahre gekommenen Ort ein Urlaubsidyll auf sehr hohem Niveau gemacht, dass sich heute weder neben dem Nachbarn Timmendorfer Strand oder den Ostseebädern in Mecklenburg-Vorpommern mehr verstecken muß. Auch einige andere Orte haben die Zeichen der Zeit erkannt und größere Investitionsprogramme zur Modernisierung der Strandbereiche aufgelegt, doch am augenfälligsten sind die Veränderungen in Scharbeutz. Keine nackte, langweilige Betonpiste mehr, stattdessen eine kilometerlange, wunderschön angelegte Promenade, die sich durch die künstlich angelegten Dünen schlängelt, prägt nun das Bild.

Anfang des Monats wurde nun mit der Eröffnung der „Dünenmeile“ der nächste große Mosaikstein gesetzt. Im Zentrum des Ortes wurde die Strandpromenade mit skandinavisch angehauchten Dünenhäuschen versehen, in denen sich verschiedene gastronomische Betriebe wiederfinden. Welche Ansehen Scharbeutz mittlerweile gewonnen hat, zeigt sich allein daran, dass hier nun sowohl das bekannte Timmendorfer „Café Wichtig“ einen Ableger bekommen hat als auch der bekannte Sylter In-Treff „Gosch“ in einem der Häuschen Präsenz zeigt.

Man kann den Tourismusverantwortlichen von Scharbeutz zu ihrer gelungenen Stadtentwicklung der vergangenen Jahre nur gratulieren. Die Urlauber werden es danken mit steigenden Übernachtungszahlen. Sollten sich auch die anderen Orte an der Lübecker Bucht ebenfalls in die gleiche Richtung entwickeln, wird der Tourismus an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste mit Sicherheit wieder zur alten Stärke zurückfinden.