Jerez

Die Kathedrale vor dem Stadtpanorama von Jerez

Die Kathedrale vor dem Stadtpanorama von Jerez. Bild: Tourspain

Flamenco, Sherry und die hohe andalusische Reitkunst zeichnen Jerez de la Frontera aus, das 14 Kilometer nördlich der Costa de la Luz liegt. Dass der Wohlstand viele Jahre in der traditionsreichen Metropole zu Hause war, erkennt man schon an den zahlreichen herrschaftlichen Häusern und boulevardähnlichen Plätzen, die die Altstadt bestimmen. Vor allen Dingen die Landgüter auf denen man sich neben dem Anbau von Reben auch der Stier- und Pferdezucht widmete, sind für den Reichtum verantwortlich. Dieser gründete sich aber nicht zuletzt auf dem Rücken der armen Landarbeiter, die für wenig Geld auf eben jenen Höfen schufteten. Verlässt man die großen Straßen von Jerez so ist dieser Unterschied zwischen arm und reich auch heute noch im Stadtbild deutlich sichtbar.

In Jerez liegen die Wurzeln des Jerez-Weins, den die Engländer unter dem Namen Sherry in aller Welt bekannt machten. Auch heute gehört eine Führung in einer der traditionellen Bodegas zum Pflichtprogramm beim Besuch der Stadt. In riesigen, kirchenartigen Gewölben lagern die schweren, dunklen Fässer des geistigen Getränks, ein Rundgang durch die Kellereien (Voranmeldung ist zu empfehlen) beinhaltet natürlich auch immer eine Verköstigung der edlen Tropfen. Wer weitere andalusische Werte kennen lernen möchte, begibt sich anschließend zu einer Vorführung der Königlichen Andalusischen Reitschule (Real Escuela Andaluz del Arte Ecuestre) oder besucht das Flamenco-Zentrum Centro Andaluz de Flamenco.

Das historische Zentrum von Jerez spiegelt exemplarisch die Geschichte vieler andalusischer Städte wider. Oberhalb der Altstadt auf einer Erhöhung thront die maurische Burg, der Alcázar, seines Zeichens das bedeutendste Monument von Jerez. Der Palast der Almohaden stammt aus dem 11. Jahrhundert und birgt eine Moschee, eine Bäderanlage, Gärten sowie ein später (17. Jahrhundert) erschaffenes Palais. Nicht nur für Kinder interessant sind die virtuellen Stadtrundgänge, die man mittels einer „Camera Obscura“ im Palastturm unternehmen kann.

Auf dem Platz der ehemaligen Moschee, gegenüber dem Alcazar, wurde die barocke fünfschiffige Kathedrale von Jerez im 18. Jahrhundert fertig gestellt. Auffälligste architektonische Merkmale sind die mächtige Kuppel sowie die Freitreppe vor der Hauptfassade. Weitere sehenswerte Gotteshäuser  sind die Iglesia de San Dionesia im Mudéjarstil und die Kirche San Miguel, leicht zu erkennen an ihrem blau gekachelten Turm.

Nach einem Streifzug durch den historischen Kern von Jerez mit seinem schönen Renaissance-Rathaus, bietet es sich an, einen Besuch im Zoo der Stadt anzuschließen. Als Tierpark und Botanischer Garten zugleich hat er bereits zahlreiche Auszeichnungen für seine Ausgestaltung erhalten.

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