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Sierra Nevada

Pferdeschlittenfahrt in der Sierra Nevada

Im Winter ein Vergnügen: Pferdeschlittenfahrten durch die Sierra Nevada. Bild: Tourspain

Die Sierra Nevada mit dem 3482 Meter hohen Mulhacén ist Spaniens höchstes Festlandgebirge. Es erstreckt sich mit einer Länge von fast 110 Kilometern zwischen dem Río Almería und dem Valle de Lecerín. Etwa auf der Höhe von Granada erreicht es mit dem Pico de Valeta (3428 Meter) und dem schon erwähnten Mulhacén seine höchsten Gipfel, die fast das ganze Jahr über Schnee bedeckt sind und Europas südlichstes Skigebiet markieren.

Das schroffe und auf den ersten Blick vegetationsarme Gebirge ist von seiner Südflanke am zugänglichsten. Über die Alpujarras, in denen bereits im 8. Jahrhundert die Berber siedelten und die den Mauren als letztes Rückzugsgebiet auf spanischem Boden dienten, erreichte man den Höhenzug am besten, die heute meist befahrene Strecke startet jedoch in Granada. Von hier aus schraubt sich die gut ausgebaute Straße zunächst am Río Genil entlang bis zum Stausee Embalse de Canales mit Informationszentrum und aussichtsträchtiger Besucherterrasse. Kurvenreich und mit Steigungen von bis zu 12 Prozent geht es weiter über die Baumgrenze bei 1500 Metern  bis zum Wintersportort Solynieve. Autofans sollten unterwegs die Augen aufhalten, aufgrund des Höhen- und des klimatischen Unterschieds wird die Straße zwischen Granada und Solynieve gerne als Teststrecke für die Erprobung sogenannter „Erlkönige“, künftiger Serienfahrzeuge genutzt.

In der Wintersportdestination werden verschiedene Lifte betrieben, darunter auch eine Kabinenbahn, die den Besucher innerhalb kürzester Zeit auf über 3000 Meter auf den Pico de Valeta befördert. Gerade in den Sommermonaten, in denen die Temperaturen in Granada auf über 30 Grad Celsius klettern, sollte man sich darauf vorbereiten, dass in den Hochgebirgsregionen sprichwörtlich ein anderer Wind weht und entsprechend wärmere Kleidung mitnehmen. Vom Pico de Valeta aus genießt man wunderbare Blicke über die gebirgige Landschaft Andalusiens, die über Granada bis zum Mittelmeer reichen. Die empfindliche Welt der Sierra Nevada ist, trotz Skitourismus, seit 1999 Nationalpark. Auch wenn das Gebirge auf den ersten Blick zunächst einen kargen Eindruck macht, so gedeihen hier doch über 60 endemische Arten.

Eine weitere Möglichkeit zum Pico de Veleta zu gelangen, bieten die Fahrzeuge der Nationalparkverwaltung, die vom Parkplatz des oberhalb Solynieve gelegenen, höchsten Hotels Spaniens (2500 Meter) starten. Die Kleinbusse sind zwischen Juni und Ende September unterwegs. Gut ausgerüstete Wanderer und Mountainbiker können von der Endstation der Busse auf einer kleinen Asphaltstraße in fünf bis sechs Stunden über die Sierra Nevada bis nach Capileira gelangen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass es, wie überall im Gebirge, zu schnellen Wetterumschwüngen kommen kann. Plötzlich aufziehende dichte Wolken- und Nebelbänke und rapide Temperaturstürze sind auch im Hochsommer keine Seltenheit.

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