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Alcúdia

Die Ruinen der römischen Siedlung Pollentia in Alcúdia

Die Ruinen der römischen Siedlung Pollentia in Alcúdia. Bild: Tourspain

Unter dem Schutz des Kulturerbes der UNESCO steht die Stadt Alcúdia im Nordosten von Mallorca. Das Städtchen blieb bis heute in seinem mittelalterlichen Mauern erhalten, bietet mit der römischen Ausgrabungsstätte Pollentia jedoch auch Einblicke in die antike Geschichte Mallorcas. Besonders an den beiden Markttagen ist Alcúdia ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Trotz allem geht es hier aber noch wesentlich ruhiger zu, als im benachbarten Touristenort Port d’Alcúdia.

Die wuchtige, zinnenbewehrte Stadtmauer mit ihren Türmen geht bereits auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie leistete nicht nur bei der Verteidigung gegen Piraten gute Dienste, sondern hielt auch einer Belagerung von 6000 Rebellen in der Zeit der Handwerker- und Bauernaufstände (1521) statt. Mit dem Cami de Ronda, einem Fußgängerweg auf der Innenseite des Mauerrings, kann man das sechs Meter hohe und bis zu zwei Meter dicke Bauwerk erkunden, das ohne Mörtel errichtet wurde.

Im Inneren der Befestigung erwartet den Besucher eine liebevoll erhaltene Altstadt mit zahlreichen Herrenhäusern, die reich mit Renaissance-Dekorationen verziert sind. Auch das Rathaus ist ein verspielter Renaissancebau, das durch seinen prächtigen, mit grünen Fliesen dekorierten Uhrturm entzückt.

In die Stadtmauer miteinbezogen wurde die mittelalterliche Kirche Sant Jaume, die 1880 im neugotischen Stil überarbeitet wurde. Sie ist dem Apostel Jakobus dem Älteren geweiht, dessen Figur über dem Hauptportal des Gotteshauses thront. Gleich gegenüber der Pfarrkirche befindet sich das  Museu de Pollentia. In einem Hospital aus dem 14. Jahrhundert werden Funde aus der römischen Siedlung Pollentia gezeigt, darunter Keramik, Glas, Schmuck und das älteste in Spanien gefundene Rechtsdokument, die „Tabula Patronatus“.

Die Ausgrabungsstätte selber liegt südlich der Porta Principal. Die ersten archäologischen Funde machte man hier bereits im 17. Jahrhundert, bis zur systematischen Ausgrabung der Stadt vergingen jedoch noch drei Jahrhunderte. Mit Hilfe eines an der Kasse rehältlichen Faltblattes kann man einen Arkaden gesäumten Straßenverlauf sowie die Ruinen dreier Wohnhäuser ausmachen. Schaubilder verdeutlichen das einstige Aussehen des Forums mit Tempeln und zahlreichen Läden. Etwas weiter außerhalb, abseits der Straße, die nach Port d‘ Alcúdia führt, lassen sich zudem noch die Ruinen eines römischen Theaters besichtigen. Als eines der kleineren Exemplare seiner Art, fasst es „nur“ 2000 Zuschauer.

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